Amphibienschutz im Taubental bei Kirkel

Amphibienschutz im Jahr 2021

Nach dem erfolgreichen Einsatz in den Jahren 2018 bis 2020 haben der NABU Altstadt und der NABU Blieskastel an der Forststraße im Taubental bei Kirkel am 20. Februar 2021 wieder gemeinsam einen circa 300 Meter langen Kröten-Schutzzaun errichtet.

Die Auffangeimer müssen während der Wanderungszeit (ca. 4-6 Wochen) täglich kontrolliert sowie die Kröten, Molche und Frösche über die Straße getragen werden. Die Helfer kommen aus den NABU-Gruppen Altstadt und Blieskastel, vom BUND und von der Naturwacht.

Im Jahr 2018 waren es 3.259 Tiere, in 2019 stieg die Zahl auf 6.004, in 2020 auf 6.692 Exemplare.

Im Jahr 2021 sind vom 20. Februar bis zum 6. April insgesamt 6.651 Amphibien in unsere Auffangeimer gelangt. Täglich - in Spitzenzeiten sogar zweimal täglich - wurden die 43 Eimer geleert, die Kröten, Molche und Frösche über die Straße getragen und im nahen Marksweiher ausgesetzt. Aufgrund der kühlen und trockenen Witterung hat sich Wanderung in diesem Jahr deutlich länger hingezogen als in den Vorjahren. In den 45 Tagen der Betreuung fanden sich in den Eimern 5684 Erdkröten, 800 Molche (Kamm-, Berg-, Faden- und Teichmolche) sowie 167 Grasfrösche. An manchen Tagen waren es mehr als 1000 Tiere.

Der Marksweiher am Eingang des Taubentals wird nicht nur von Amphibien als Laichgewässer genutzt; hier finden sich auch viele Vögel, wie Blässhühner, Zwergtaucher, Teichhühner, Stockenten und Graureiher. Auch Libellen fühlen sich hier im Sommer wohl.

Berichte in der Saarbrücker Zeitung:

Übersicht der Jahre 2018 bis 2021:

Amphibienschutz im Jahr 2020

Saarbrücker Zeitung vom 19./20.03.2020

Auch wenn die Ausbreitung des Corona-Virus derzeit überall den Alltag lahm legt, die Natur lässt sich davon nicht beeindrucken. Der Frühling steht in den Startlöchern und überall regt sich Leben. Mit den ersten warmen Sonnenstrahlen erwachen auch Kröten, Molche und Frösche aus ihrer Winterstarre und machen sich auf die Wanderschaft. Die Tiere sind unterwegs zu genau dem Gewässer, in dem sie selbst aufgewachsen sind. Hier wollen sie ihre Eier, den Laich, ablegen. Doch häufig schaffen es die kleinen Amphibien nicht bis dorthin, denn an manchen Stellen müssen sie Straßen überqueren. Leider gibt es für sie keine Zebrastreifen, über die sie gehen könnten. So kommt es oft vor, dass sie in großen Mengen überfahren werden. Autofahrer können die Tiere schlecht erkennen, denn sie wandern vor allem in der Dunkelheit. Besonders die Kröten sind sehr langsam und sie können selbstredend nicht ausweichen.

Wenn sich in der Nähe einer Straße ein Gewässer befindet, stellen derzeit einige Naturschutz-Organisationen wieder kniehohe Krötenschutzzäune aus Plastikplanen oder -netzen auf. Zusätzlich graben und versenken sie in regelmäßigen Abständen Eimer in den Boden. Die Tiere, die nicht so hoch hüpfen können, bewegen sich so lange am Zaun entlang, bis sie in einen der Eimer fallen.

Auch in unserer Region haben seit vielen Jahren Naturschützer dem Amphibientod an unseren Straßen den Kampf angesagt. Etwa zehn gemeldete Sammelaktionen wurden beim NABU-Saarland registriert, wie beispielsweise am Jägersburger Weiher oder am Glashütter Weiher in Rohrbach. Nach dem erfolgreichen Einsatz in den Jahren 2018 und 2019 haben die NABU-Ortsgruppen Altstadt und Blieskastel an der Forststraße im Taubental, unmittelbar an der A8 zwischen Limbach und Kirkel, auch in diesem Jahr wieder gemeinsam einen Krötenschutzzaun errichtet und betreuen ihn. Das Gelände mit dem Teich gehört zur Naturlandstiftung  Saarland. Gemeinsam kontrollieren täglich zwei von insgesamt vierzehn Helfern für etwa vier bis fünf Wochen die Auffangeimer, zählen und registrieren die Tiere und setzen sie anschließend auf der anderen Straßenseite beziehungsweise am Teichrand wieder aus. Die Helfer spielen quasi „Krötentaxi“.

Waren es im Jahr 2018 noch insgesamt 3259 Tiere, stieg die Zahl in 2019 bereits sprunghaft um mehr als 80 Prozent auf 6004 Exemplare. Der kleine Kälteeinbruch der letzten Tage bot eine gute Gelegenheit, nach der diesjährigen Halbzeit eine kleine Zwischenbilanz zu ziehen, bevor die Amphibien in diesen Tagen wieder richtig loslegen. Die Zahlen, die Dieter Geib für die NABU-Ortsgruppe Altstadt hierbei nennen kann, übertreffen alle Erwartungen. „Mit Stand Samstag sind jetzt bereits 5700 Tiere gerettet worden, alleine am letzten Mittwoch und Donnerstag jeweils über 1700. Das ist ein klares Zeichen, dass unsere Aktion von Erfolg gekrönt ist“ erklärt der Rentner stolz. Gemeinsam mit seiner Frau Marion und weiteren Mitstreitern setzt er sich schon viele Jahre aktiv für den Natur- und Tierschutz ein.

Der asphaltierte Waldweg im Taubental ist für Autos eigentlich verboten. Lediglich Mitarbeiter des Forsts, der Forstwirtschaft oder Nutzer mit Sondererlaubnis dürfen ihn befahren. Dennoch hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker“ auf recht kurzer Strecke stattgefunden. „Mehrere Hundert Tiere sind damals an einem einzigen Abend unter die Räder gekommen, man konnte kaum einen Schritt gehen, ohne auf ein totes Tier zu treten. Es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei“, berichtet Katrin Lauer von der NABU-Ortsgruppe Homburg traurig. „Das war schlimm.“ Spaziergänger hatten deswegen den Altstadter Umweltverband alarmiert. In einer gemeinsamen Aktion haben Helfer der NABU-Ortsgruppen Altstadt und Blieskastel mit Helfern aus Homburg sowie der saarländischen Naturwacht im Jahr darauf auf einer nur wenige hundert Meter langen Strecke einen Schutzzaun installiert und mehr als zwei Dutzend Eimer vergraben. „Dabei müssen wir zuvor jeweils in einem ersten größeren Arbeitseinsatz die Böschung von Hecken und Dornen befreien. Auch Hinweisschilder, die Autofahrer und Passanten auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten, stellen wir auf“, erklärt Dieter Geib.

Der Wald, durch den der Forstweg führt, gehört zu Blieskastel-Bierbach, die Gemarkung Kirkel-Limbach grenzt unmittelbar an. Aus diesem Grund machen Umwelt und Tierschützer aus allen genannten Kommunen bei der Rettungsaktion mit. Für die kommende Woche hat sich für eine nahegelegene Baustelle eine Kranlieferung angekündigt, die den Forstweg durchfahren wird. Ein Mitarbeiter der Naturwacht wird dabei vor dem Lastwagen herlaufen und mögliche Kröten vom Asphalt aufsammeln, um sie zu retten. Spaziergänger werden ausdrücklich gebeten, nicht in die Rettungsaktion einzugreifen und Tiere aus den Eimern zu entnehmen, auch wenn sie es gut meinen. Wenn dies durch andere Personen erfolgt, wird das Ergebnis der Bestandserfassung verfälscht und gegebenenfalls auch die Einrichtung beschädigt.

„Bei unseren Aktionen kommen wir regelmäßig mit Spaziergängern ins Gespräch. Sie sind alle sehr interessiert an unserer Arbeit und so leisten wir gewissermaßen nebenher auch noch Aufklärung“ erklärt Joachim Schindelhauer-Deutscher von der NABU Ortsgruppe Altstadt. „Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, den Tieren das Leben zu retten und dafür zu sorgen, dass ihre Art überlebt und erhalten bleibt. Ich wünsche mir, dass Autofahrer gerade auf solchen ausgeschilderten Strecken achtsamer sind und vorsichtiger fahren. Das hat auch etwas mit Respekt gegenüber der Natur und den Tieren zu tun“, sagt seine Mitstreiterin Katrin Lauer.

Foto von links nach rechts:
Hans Becker, Martha Franzl, Joachim Schindelhauer-Deutscher, Katrin Lauer, Dieter Geib, Marion Geib

Text und Foto: Petra Pabst, Saarbrücker Zeitung

Krötenschutz im Taubental 2019

Nach dem erfolgreichen Einsatz 2018 haben der NABU Altstadt und der NABU Blieskastel an der Forststraße im Taubental auch im Jahr 2019 wieder gemeinsam einen Kröten-Schutzzaun errichtet und betreuen ihn auch gemeinsam. Unterstützt werden sie von Mitgliedern des NABU Homburg, des BUND und der Naturwacht.

Die Auffangeimer müssen während der Wanderungszeit (ca. 5 Wochen) täglich kontrolliert sowie die Kröten, Molche und Frösche über die Straße getragen werden.

Im Jahr 2018 waren es 3.259 Tiere. In 2019 stieg die Gesamtzahl auf 6.004 Exemplare.

Die Aktion für 2019 konnte am 2. April erfolgreich abgeschlossen werden. Es wurden 4.765 (im Vorjahr: 2.705) Erdkröten, 1.159 (541) Molche und 80 (13) Frösche registriert und zum Laichgewässer gebracht.

Pressemitteilung der Naturlandstiftung/Naturwacht (pdf)


April 2019

6000 Amphibien waren im Eimer - Altstadter Naturschutzbund holt sie raus

„4765 Erdkröten, 1159 Molche, 80 Frösche – also insgesamt genau 6004 Tiere sind uns in diesem Frühjahr ins Netz gegangen": Die Bilanz, die Dieter Geib für den Altstadter Naturschutzbund in Sachen Amphibienrettung zog, übertraf alle Erwartungen. Mehr als vier Wochen war die neuralgische Strecke im Kirkeler Wald kontrolliert worden. Tag für Tag hatten das gute Dutzend Helfer in dieser Zeit frühmorgens den Schutzzaun im Taubental in Augenschein zu nehmen, und manchmal war damit schweißtreibende Arbeit verbunden. Am 16. März, beispielsweise, einem Samstag, bei milden Temperaturen und feuchter Witterung, waren allein fast 1000 Tiere aus den am Wegesrand ebenerdig eingegrabenen Eimern zu holen, zu bestimmen und zum sicheren Laichgewässer zu tragen.

Obwohl der asphaltierte Waldweg im Taubental für Autos eigentlich verbotenes Terrain ist, hatte im Frühjahr 2017 ein regelrechtes „Massaker" auf recht kurzer Strecke stattgefunden. Mehrere Hundert Tiere waren an einem einzigen Abend der Krötenwanderung unter die Räder gekommen, und es hatte den Anschein, als ob ganz gezielt hin und her gefahren worden sei. Spaziergänger hatten deswegen den Altstadter Umweltverband alarmiert. In einer konzertierten Aktion mit der NABU-Ortsgruppe Blieskastel und Helfern aus Homburg sowie der saarländischen Naturwacht war auf einer nur wenige hundert Meter langen Strecke ein Schutzzaun installiert und mehr als zwei Dutzend Eimer vergraben worden. Auch große Hinweisschilder, die Autofahrer und andere Passanten auf die Laichwanderung aufmerksam machen sollten, wurden aufgestellt. Zu organisieren war der Helferdienst: Fünf Wochen lang, von Ende Februar an, standen jeden Morgen mindestens zwei Helfer Gewehr bei Fuß, um Hand an die Kröten zu legen und ihnen sicher über die Straße zu helfen.

„Im Vergleich zum Vorjahr hat sich die Anzahl der von uns aufgegriffenen Tiere um sage und schreibe 50 Prozent erhöht?, resümierte Dieter Geib weiter. 2018 waren es noch 3259 Kröten, Molche und Frösche gewesen. Insbesondere bei den Erdkröten gab es explosionsartig „Zuwachs": Bei jetzt abgeschlossenen Aktion waren mit 4765 Exemplaren erfasst wurden - 2000 mehr als im Vorjahr. Die Tiere wandern übrigens in Richtung jenes Gewässers, in dem sie selbst geboren wurden. „In diesem Fall ist das der Marxweiher, der auf Homburg-Wörschweiler Gemarkung liegt", skizziert Dieter Geib vom NABU Altstadt die komplizierten geographischen Verhältnisse. Der Wald, in dem die Amphibien den Rest des Jahres zubringen, gehört zu Blieskastel-Bierbach, und auch die Kirkel-Limbacher Gemarkung grenzt unmittelbar an. Von daher sei es nur folgerichtig, wenn Umweltschützer aus allen drei Gemeinden bei der Rettung mitmachen. Entsprechend der Vielzahl der erfassten Kröten, Molche und Frösche, die heil ihre Laichgründe erreicht haben und sich so fortpflanzen können, gehen die Naturschützer davon aus, dass die Zahlen in den nächsten Jahren weiter steigen werden.

Die Rückwanderung in die Tiefen des Kirkeler Waldes verläuft im übrigen weit weniger spektakulär. Es gibt dann keinen Massenauftrieb mehr, die Kröten wandern vielmehr einzeln und unauffällig zurück in ihre Quartiere. Der Krötenzaun wurde inzwischen wieder demontiert.

Text: Martin Baus

Krötenschutz im Taubental 2018

Der NABU Altstadt hat in Zusammenarbeit mit dem NABU Blieskastel an der Forststraße im Taubental einen Kröten-Schutzzaun errichtet und Warnschilder aufgestellt. An dieser Stelle wurde in der Vergangenheit eine Vielzahl von Tieren überfahren.

Die Auffangeimer wurden vom 9. März bis zum 11. April täglich kontrolliert und geleert. Die Kröten und Molche werden von NABU-Mitgliedern aus Altstadt, Blieskastel und Homburg auf die andere Straßenseite getragen und in der Nähe des Weihers, der als Laichgewässer dient, ausgesetzt.

Insgesamt konnten mehr als 3.000 Tiere sicher über die Straße gebracht werden. - Ein großer Erfolg.

Text: Dieter Geib